"Brennpunkt Geschichte"

Vergangenes in der Gegenwart betrachtet

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Gestern las ich noch bis zu vorgerückter Stunde den schönen Artikel von Gabriele Lingelbach1. Sie spricht vom Trend zur “Entörtlichtung” der Arbeit des Geisteswissenschaftlers. Aufenthalte in Archiv und Bibliothek würden mit dem Zugriff auf digitale Titel- und Schlagwortkataloge obsolet. Während sich damit die Arbeit in einem nicht unerheblichen Maße beschleunige und die Produktivität steige, gingen allerdings alle Informationen verloren, die vormals vor Ort eingeholt werden konnten.2 In einem meiner letzten Beiträge hatte ich auf die Funktionen des Firefox Browsers hingewiesen, der sich hinsichtlich der Suchmaschinenfunktionen zu einer digitalen Arbeitsumgebung im Sinne eines “h-Desks”3 umfunktionieren lässt. Erfreuerlicherweise stellte ich nun auch fest, dass sich der OPAC der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek problemlos einbinden lässt. Es wäre zu prüfen, inwiefern diese Funktion auch von anderen Bibliotheken zur Verfügung gestellt wird.

Saarländische Universität und Landesbibliothek, Screenshot 2011

 

  1. Lingelbach,  Gabriele (2011): Ein Motor der Geschichtswissenschaft? Zusammhänge zwischen technologischer Entwicklung, Veränderungen des Arbeitsalltags von Historikern und fachlichem Wandel, in: zeitenblicke 10, Nr. 3, online: http://www.zeitenblicke.de/2011/1/Lingelbach/, letzter Zugriff 22.08.2011 []
  2. Z.B. weiterführende bibliographische Hinweise durch den Standort eines Buches im Regal oder der Plausch mit dem Bibliothekar. []
  3. vgl. auch Haber, Peter; Hodel, Jan (16.07.2009): Thesen zur Digitalen Geschichtswissenschaft, online: http://weblog.hist.net/archives/3035, letzter Zugriff 23.08.2011 []

Klaus Graf, uns allen bekannt, durch seinen Infoblog Archivalia hat sich im Portal der Gerda Henkel Stiftung ebenfalls in die Diskussion, wie das Digitale die Wissensschaftspraxis und -kultur verändert, eingewoben. Wenn ich auch wengier für eine ‘Medienrevolution’ als vielmehr für einen ‘beschleunigten Medienwandel’ plädieren würde, stimme ich Klaus in den zentralen Punkten zu. Reichweite, Aktualität, Multimedialität, Interaktivität, Vernetzung und Diskursivität sprechen für neue Formen der Publikation im Netz. Die Potentiale des Internet sind hierbei insbesondere in den (deutschen) Geisteswisssenschaft in der Tat, wie Klaus betont, “bei weitem noch nicht ausgeschöpft”. Das Ziel muss eine “lebendigere Wissenschaft” sei, die vom Austausch, Diskursen und freiem Wissen lebt.
Auch Daniel hat in einem zweiten Beitrag wichtige Aspekte, die mich an die Ausführungen von Daniel Cohen erinnerten,1 hinzugefügt. Ja: Es gibt keinen virtuellen Raum des Internets oder des Computers, eine dunkle Parallelwelt, sondern das Digitale ist längst real und integraler Bestandteil unserer Lebenswelten.

P.S: Es tut gut zu hören, dass auch wissenschafltiche Experimente mal daneben gehen dürfen.

  1. The Ivory Tower and the Open Web: Introduction: Burritos, Browsers, and Books [Draft], online: http://www.dancohen.org/2011/07/26/the-ivory-tower-and-the-open-web-introduction-burritos-browsers-and-books-draft/, letzter Zugriff 19.08.2011 []

Achtung “Die Blogosphäre schlägt zurück” – oder: Wo ich die Gefahr sehe, dass Netzdiskurse zu Selbstläufern werden!

Über den Blog von Daniel bin ich auf ein Projekt von Dr. Christian Jung, Lehrbeauftrager an der Uni Heidelberg, aufmerksam geworden. Seit 2009 bietet er den Blog “Zeittaucher” über die Domäne “scienceblogs” an. Im Rahmen einer Universitätsveranstaltung, vermutlich “Zeitgeschichte und Journalismus” (?), wurde das Thema “historische Blogs” beforscht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aufgefordert Weblogs zu sammeln und zu den einzelnen Webangeboten Rezensionen zu schreiben. Sowohl die bisher aufgefundenen Blogs als auch einige Rezensionen sind auf Zeittaucher abrufbar. weiter lesen

Peter Haber veröffentlichte gestern auf hist | net aus Schweizer Sicht einige Gedanken zum inzwischen zwölften (!) Rundfunkänderungsstaatsvertrag.
Es ist kaum zu glauben, aber im digitalen Zeitalter wird für öffentlich rechtliche Sendeanstalten die Zurücknahme von Inhalten aus dem Netz nach einer gewissen Frist verfügt. Inhalte sind nach einer bestimmten ‘Verweildauer‘ (§11f) wieder aus dem Netz zu entfernen, sofern es sich nicht um ‘zeit- und kulturgeschichtliche Inhalte’ handelt, die prinzipiell unbefristet gespeichert werden können (§11d). weiter lesen