Karikaturen gelten als ‘gezeichnete’ Meinungen. In meinem Unterricht setze ich Karikaturen zur Schulung von Medien- und Methodenkompetenz ein. Aus pragmatischer Sicht macht es durchaus Sinn Schülerinnen und Schüler Schritt-für-Schritt an den Umgang mit dieser Quellengattung heranzuführen. Vielleicht hilft der Rückgriff auf den Begriff der Unterweisung.

In kritischer Abgrenzung könnte man den Vorwurf des ‘Schematismus’, eines ‘mechanistisches Abarbeiten von Deutungsvorschriften’ (Danner 2009, 58) oder der Erarbeitung lediglich ‘monosequenzierter Darstellungen’ (Ebd.) erheben.

Aus meiner Perspektive ist es allerdings legitim, ins Zentrum einer Unterrichtsstunde die Arbeit an einem Material zu stellen. Im Zentrum einer Unterrichtsstunde steht dann entweder die Einführung einer neuen Quellengattung und ihrer methodischen Bearbeitung oder die Einübung der bereits bekannter ‘Verfahren’ durch die Lernenden. Immer geht es um prozedurales Wissen, um das Know-how, um wenn man so will ‘Methodentraining’.

Schülerinnen und Schüler erwerben dabei ‘fachspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten”, kurz Kompetenzen. Ob im Rahmen von 45 Minuten alle Bereiche ‘Historischen Lernens’ angesprochen bzw. alle Operationen des Geschichtsbewusstseins (vgl. FUER Geschichtsbewusstsein) aktiviert werden müssen, wage ich zu bezweifeln. Eine Fokussierung einzelner Kompetenzbereiche in der Planung von Geschichtsunterricht erscheint mir sinnvoller.

Abschließend sei Hugo Gaudig das Wort gegeben: “So paradox das klingen mag: aber der Schüler muss Methode haben.” (Gaudig 1930)