Das Tolle an MOOCs ist, dass sie die Bekannte und Unbekannte miteinander verbindet. Sie vereint zumindest für die Zeit des Kurses ein gemeinsames Thema, das auf Basis der Freiwilligkeit bearbeitet wird. Für solche Gruppen hat die Sozialwissenschaft längst den Begriff der “Bewegung” eingeführt. Das Netz ist mit seinen verschiedenen Diensten das Vehikel und Informations-, Kommunikations- und Vernetzungsraum zugleich. MOOCs sind so verstanden nicht nur Lernarrangements sondern auch netzgestützte Bildungsbewegungen. Sie werden angestoßen und halten sich über den Kursverlauf hinweg durch und in Kommunikation selbst aufrecht.
Die unterschiedlichen Beiträgen, die mir das RSS-Feed auf meinen Reader brachte, belegen diese Annahme.
Lore Leß forderte, dass im digitalen Zeitalter die Finanzierung von OER zu einer der (staatlichen) Pflichtaufgaben gehören solle. Autoren erstellen Materialien, öffentliche Instiutionen – denkbar wären z.B. Lehrerfortbildungsinstitute kaufen diese ab, beauftragen sie vielleicht sogar. Notwendig wäre natürlich die Zuweisung eines entsprechenden Budgets, das zweckgebunden für die projektbezogene Umsetzung von OER (z.B. Kompetenzorientierung in den Fächern, Lese-/Rechtsschreibtraining) bereitgestellt würde. Aber das sind bildungspolitische Entscheidungen.
Wichtig finde ich in dieser Hinsicht den Beitrag von Sylvia Mössinger “MOOCs are addictive”. Sie formuliert sehr schön persönliche Intentionen, die dem Tausch von Materialien verbunden sein können und dokumentiert ihre Haltung, die von prinzipieller Offenheit, Wertschätzung und Kooperationsbereitschaft getragen ist. Wichtig erscheint mir der Hinweis, auf die Potentiale der kollaborativen Erstellung offener Bildungsressourcen. Die Entwicklung von OER ist in diesem Zusammen prozessual zu verstehen. OER sind also Kommunikationsanlässe, die zur Diskussion um die eigenen didaktischen Positionen und methodischen Standpunkte einladen. Aus dieser Perspektive ist über die Integration der Entwicklung von OER als Beitrag zur Professionalisierung in alle Phasen der Lehrerbildung nachzudenken.